Mann und Frau würdigen sich anerkennend mit einem Handshake. Die Frau lächelt dabei und trägt einen hellen Pullover, während der Mann einen dunklen Pullover trägt.

Erfolgsgeschichten trotz Multipler Sklerose

Erfolgsgeschichten sind für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) von großer Bedeutung, da sie Hoffnung und Motivation geben können. MS ist eine chronische und oft fortschreitende Erkrankung des ZNS, die viele Symptome wie Müdigkeit, Muskel- und Sehstörungen sowie kognitive Beeinträchtigungen verursachen kann. Die Möglichkeiten der Behandlung haben sich in den letzten Jahren jedoch erheblich verbessert. Neue Medikamente und Therapien können die Symptome lindern, das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten verbessern.

MS-Themen aus dem Inhalt:

Ärzte analysieren MRT-Bilder des Gehirns und stellen eine Diagnose.

Diagnosestellung bei MS

Die Diagnosestellung bei Multipler Sklerose (MS) erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus klinischen Untersuchungen, bildgebenden Verfahren und Laboruntersuchungen ...
Frau leidet unter starken Kopfschmerzen als Symptom der Multiplen Sklerose und sitzt bei einem Arzt im Sprechzimmer.

Mögliche MS-Symptome

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die vor allem junge Erwachsene betrifft. Bei MS greift das ...
Junge Frau, die von einer medizinischen Fachkraft wegen Multipler Sklerose behandelt wird.

Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungsmöglichkeiten für Multiple Sklerose (MS) unterscheiden sich je nach Krankheitsverlauf und Symptomen. Einige dieser Möglichkeiten sind:Medikamentöse Therapie: Es gibt verschiedene ...

Meine persönliche Erfolgsgeschichte

Als ich 2018 im Krankenhaus meine MS-Diagnose bekam, hatte ich ehrlicherweise etwas die Hoffnung und Lebensfreude verloren. Ich konnte damals keine zwei Schritte mehr laufen, musste mich immer und überall festhalten, war auf einem Auge komplett erblindet, hatte Schmerzen und meine Schließmuskeln nicht mehr unter Kontrolle – um nur einige Beispiele nennen zu wollen.

Nach meiner Entlassung hatte ich etwa sechs Monate auf dem Sofa vegetiert und die Welt nicht mehr verstanden. Die typischen Fragen kamen mir in den Sinn, wie beispielsweise: Warum ausgerechnet ich? Was habe ich falsch gemacht? Was soll und kann ich tun? Ich griff damals völlig überfordert und aus purer Angst nach allen Strohhalmen, die sich mir boten. So entschied ich mich beispielsweise für eine Basistherapie und nahm gewisse Therapien in Anspruch.

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Erste Erfolge stellten sich langsam ein

Nach etwa 1,5 Jahren stellten sich erste Erfolge bzw. Verbesserungen ein. Dafür hatte ich so einige neue Termine in meinem Leben, wie beispielsweise Krankengymnastik, Ergotherapie, Wassergymnastik und Rehasport. Bei meiner Ergotherapie wurde sogar therapeutisches Reiten angeboten, was gut für meine Gleichgewichtsprobleme war. Ich möchte an dieser Stelle übrigens erwähnen, dass Erfolge nicht immer nur mit Fleiß, sondern auch Glück zu tun haben. Gewisse Nerven dürfen halt nicht zu sehr geschädigt worden sein.

Es ist nicht immer klar, in welchem Ausmaß die Nerven und Myelinscheiden geschädigt sind. Deshalb denke ich, dass man die Hoffnung nicht aufgeben und alles Mögliche ausprobieren sollte. In meinem Fall wurde das Gangbild im Laufe der Zeit immer besser und die Gleichgewichtsprobleme verschwanden fast komplett. Somit konnte ich etwa zwei Jahre nach meiner MS-Diagnose erstmals wieder 5km am Stück auf meinem Laufband joggen.

MS-Themen aus dem Inhalt:

Zusammenarbeit in der Gehirn- und Neurochirurgie. Ärzte befassen sich mit der Multiplen Sklerose.

Fortschritte bei der MS

Im Laufe der Zeit haben sich in Bezug auf die Multiple Sklerose (MS) viele Veränderungen ergeben. Hier sind einige wichtige ...
Unterstützung bei Multipler Sklerose. Psychotherapiesitzung, um mit der Diagnose von Multipler Sklerose besser umzugehen zu können.

Unterstützung bei MS

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo Personen mit einer frischen MS-Diagnose Unterstützung bekommen können. Hier sind einige Optionen:Hausarzt oder Facharzt: Der ...
Die Suche nach Erfahrungwerten bei Multipler Sklerose.

MS-Geschichten teilen

An dieser Stelle meiner Seite möchte ich euch gerne Menschen mit MS vorstellen. Ich selbst habe ja ebenfalls (m)eine MS-Diagnose ...

Der Mensch ist ein Gewöhnungstier

Nicht zu unterschätzen ist meiner Meinung nach auch die Tatsache, dass der Mensch ein Gewöhnungstier ist. Soll heißen, dass wir uns an fast alles im Leben gewöhnen und anpassen können. Ich persönlich hatte mich im Laufe der Zeit an gewisse „neue“ Gegebenheiten gewöhnt und diese dann auch akzeptiert. Ich bin nicht mehr so fit, wie ich es vor dem MS-Schub war, aber ich mache halt das Beste raus und kenne mittlerweile meine körperlichen Grenzen ganz gut.

Zu meiner Partnerin sagte ich einmal, dass ich überfordert wäre, wenn alles plötzlich wieder so wäre wie vor der Diagnose. Mein Körper hat sich ebenfalls an die neuen Gegebenheiten angepasst. So kompensiert mein gesundes Auge das defekte Auge mittlerweile ganz gut. Kreislaufprobleme, Schmerzen und Schwindel haben im Laufe der Zeit wieder abgenommen und treten nicht mehr so regelmäßig auf wie zu Anfang.

Deine Erfahrungen mit uns teilen

Frau im grünen Top zeigt einer Gruppe von Menschen etwas auf ihrem Laptop

Du hast auch eine MS Diagnose erhalten und kannst (D)eine Erfolgsgeschichte beisteuern? Was hat sich bei Dir im Laufe der Zeit verbessert? Was hast Du trotz der MS erreicht? Hast Du eventuell eh keine krassen Einschränkungen? Gerne darfst Du Deine Erfahrungen beisteuern.

Erfolgsgeschichten von Menschen mit MS

Hier findest Du Erfolgsgeschichten von Menschen mit MS. Sie sollen Dir zeigen, dass es trotz der Herausforderungen, die diese Krankheit mit sich bringt, Hoffnung auf ein erfülltes Leben gibt. Solltest Du selbst betroffen sein, so lasse Dich nicht von Deiner MS-Diagnose entmutigen.

  • Ich habe meine Diagnose seit 2015 und bis jetzt Glück, da die MS zwar zeitweise unangenehm ist, mir aber noch keine ernsthaften Behinderungen gebracht hat. Vor ca. 6 Jahren habe ich mein Leben nochmal umgekrempelt und noch eine Weiterbildung zur amtlich anerkannten Sachverständigen beim TÜV gemacht. Ich habe mich vom Couch-Potato zur sportlichen Mittelklasse entwickelt. Meine Leidenschaft sind Berge, wandern, klettern, Klettersteige, Hochtouren und seit ein paar Monaten versuche ich mich am Trailrun, ist aber noch ausbaufähig… MS hat 1000 Gesichter, und ich kann nur allen raten, niemals aufzugeben, auch wenn es manchmal noch so aussichtslos erscheint. Mein Motto: Liebe das Leben, du hast nur eins. (Alexandra, 40 Jahre)
  • Ich bekam im Januar 2022 die Diagnose MS. Ich hatte mit sehr schlimmer Fatigue, Kognition und Konzentrationsproblemen zu kämpfen und von da an war klar, auch aufgrund tauber Finger und Gangunsicherheit im linken Bein, dass ich weder als Friseurmeisterin noch in der Kundenbetreuung (Psychostress) wieder Fuß fassen kann. Nach einer psychosomatischen Reha habe ich mir selbst wieder viel mehr zugetraut und nach einem schweren Schub im August geschworen, dass ich der MS den Mittelfinger zeigen werde. Trotz Fatigue und Problemen mit Kognition und Konzentration habe ich an einer 6-wöchigen Arbeits- und Belastungserprobung teilgenommen. Ich habe besser durchgehalten als die nicht MSler und konnte wirklich mit sehr guten Ergebnissen punkten. Konzentration und Kognition habe ich seit Februar 2023 wirklich gut im Griff, und trotz MS, Rollator und PG (Pflegegrad), fange ich Ende November eine Umschulung zur Steuerfachangestellten an. Trotz der MS und akuten Schwindelattacken werde ich im September nach Berlin fahren, und heute bin ich das erste Mal seit langem 5 km am Stück gegangen. Ja, MS verändert einiges, aber MS ist niemals das Ende. Im Gegenteil: Sie hat mir aufgezeigt, was wirklich wichtig im Leben ist. (Anja, 42 Jahre)
  • Meine Diagnose erhielt ich im Jahr 1983 aufgrund einer Sehnerventzündung, als ich 18 Jahre alt war. Zu dieser Zeit gab es noch kein MRT, und das Nervenwasser wurde aus der Halswirbelsäule entnommen. Da ich niemanden kannte, der ebenfalls an MS litt und es damals noch kein Internet gab, verdrängte ich meine Diagnose lange Zeit. Mir ging es auch fast 30 Jahre lang abgesehen von gelegentlichen Sensibilitätsstörungen recht gut. In dieser Zeit führte ich ein normales Leben, arbeitete, reiste, betrieb Sport, bekam ein Kind und nahm keine Medikamente. Erst seit 2011 hatte ich mehrere Schübe und begann mit Copaxone, dann wechselte ich zu Gilenya, was ich bis heute einnehme. Seit 2015 beziehe ich EM-Rente. Inzwischen bin ich 58 Jahre alt, und mir geht es soweit gut. Ich kann fast alles machen. Bei längeren Strecken oder wenn ich alleine unterwegs bin, benutze ich einen Stock. Einmal wöchentlich gehe ich zur Ergotherapie und zur Physiotherapie. (Claudia, 58 Jahre)
  • Im Jahr 2019/2020 hatte ich neun aufeinanderfolgende MS-Schübe, darunter auch sehr schwere. Trotz der Behandlung mit über 34 g Cortison und Plasmapherese blieben meine Ärzte ratlos. Ich habe gekämpft und gehofft, aber meine Gehstrecke hat sich auf maximal 500 Meter am Stück reduziert. Später habe ich Ocrevus verschrieben bekommen und bin nun seit über einem Jahr in einem Fitnessstudio, was mir großen Spaß macht. Trotz der Einschränkungen arbeite ich noch in Vollzeit und habe den Rückhalt meines Arbeitgebers, der mich bei Bedarf auch nach Hause gehen lässt, ohne Repressalien zu befürchten. Ich habe einen tollen Partner an meiner Seite, der mich durch alles unterstützt hat. Insgesamt fühle ich mich sehr glücklich. (Doris, 55 Jahre)
  • Am 9. Mai 2023 habe ich meine Diagnose MS erhalten. Zu 90% habe ich schon damit gerechnet, aber die letzten 10% waren meine große Hoffnung, dass es doch nicht MS ist. Es begann bei mir mit kurzen Momenten, in denen ich Kreislaufprobleme hatte und Sprachstörungen auftraten. Ich musste langsam lernen, was es bedeutet, MS zu haben, und hatte mich erstmal wie eine Schnecke in mein Schneckenhaus zurückgezogen. Meine größte Umstellung war, dass ich seit der Diagnose kein Schweinefleisch mehr esse. Und dann kommen Kleinigkeiten dazu, wie z.B. Wechselduschen und viele Pausen, usw. Es hat eine Zeit gedauert, aber ich fühle mich jetzt richtig fit und bin sehr gelassen geworden. Da ich eigentlich einen stressigen Job habe, hatte ich große Angst, dass ich nicht mehr arbeiten kann. Aber meine ganzen Kollegen stehen hinter mir und geben mir die Pausen, die ich brauche. Die bisherigen stressigen Situationen nehme ich ganz anders wahr. Ich bleibe gelassen und atme tief durch, weil an der Situation kann ich eh nichts ändern. Ich muss es so nehmen, wie es kommt. Darum mache ich mir auch keine Gedanken darüber, wie es morgen sein wird oder in den nächsten Jahren. Ich habe gelernt, den jetzigen Moment zu leben. Und wenn es mal stressig wird oder es nicht so läuft, wie es laufen soll, dann nehme ich die Situation gelassen hin, denn ändern kann ich eh nichts. Dann atme ich lieber einmal tief durch und es geht weiter. Ich fühle mich gerade so gut, dass ich nun mit dem Sport angefangen habe, und auch da läuft es super. Mein Mann unterstützt mich, wo er kann. Er behandelt mich ganz normal, fragt aber öfter nach, ob alles in Ordnung ist. Für ihn ist es natürlich auch eine große Umstellung, schließlich haben sich viele Dinge geändert. Aber ohne ihn würde ich mich nicht so gut fühlen, wie ich es gerade tue. Natürlich würde ich mir wünschen, dass es so weitergeht, aber man kann nicht in die Glaskugel schauen. Daher lebe und genieße ich die gute Zeit. Mir ist es wichtig, auch mal zu zeigen, dass es einem trotz MS richtig gut gehen kann und man sich nicht die ganze Zeit Gedanken machen sollte, wie es mit einem weitergeht und wie schlimm es noch wird. Das macht nur depressiv und die MS bekommt dich in die Hand. Die MS muss mit mir leben und nicht andersrum. (Janina)
  • Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 13 und 6 Jahren. Meine MS-Diagnose erhielt ich im Jahr 2004. Seit 2019 bin ich symptomfrei und habe keine großen Einschränkungen im Alltag. Ich arbeite als Diplom-Ingenieurin und bin voll berufstätig. Obwohl ich nicht als sportlich gelte, habe ich eine Leidenschaft fürs Tanzen entwickelt und bin darin sehr talentiert. (Margarita, 47 Jahre)
  • Nun gehe ich ins 12. Jahr mit der MS. Und genau das ist es, worüber ich unendlich dankbar bin. Nach meinem ersten Schub ging das Gehen nämlich gar nicht mehr gut. Der komplette Körper war taub und die Beine krampften. Es war so schlimm, dass ich im Krankenhaus während der Kortison-Therapie Physiotherapie bekam, um überhaupt aufstehen zu können. Mit vielen Übungen und 10 Kortison-Infusionen mit je 1000 mg wurde es ganz langsam besser. Bis das Gehen wieder relativ gut ging, vergingen Monate. Aber es geht wieder. Hätte mir zu dieser Zeit jemand gesagt, dass ich Jahre später mit einem Hund an meiner Seite jeden Tag spazieren gehen würde, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Ich bin dank dieser Erfahrung unendlich dankbar, dass ich auf meinen Beinen stehen und gehen kann und sehe das nicht als selbstverständlich an. Ich laufe seitdem unglaublich gerne und würde zu keinem Spaziergang nein sagen. Ich schätze jeden Schritt und nehme meine Umwelt viel intensiver wahr. Übrigens: Ich gehe auch nach 14 Jahren MS immer noch mit meinem Hund jeden Tag im Wald spazieren. (Mona, 33 Jahre)
  • Ich habe die größten Erfolge tatsächlich im Fitnessstudio. Bei der Beinpresse schaffe ich mittlerweile 135 Kilo. Ich bin natürlich auch gnadenlos mit mir. Aber was ich will, das muss sein, und die fiese MS hat auch tolle Menschen in mein Leben gebracht, tolle Gassigänger zum Beispiel für meinen Hund. Morgen gehe ich wieder trainieren, und es geht so viel trotz Pflegegrad zwei. Glaubt an euch und seid so stur wie ich. (Sonja, 45 Jahre)
  • Mein erster (und bisher einziger Schub) hat mich im Frühjahr 2020 kalt erwischt – mitten in der Abschlussphase meines Masterstudiums. Da ich in einem medizinischen Bereich arbeite und entsprechend studiert habe, wusste ich natürlich sofort, was MS bedeutet und dass man es eigentlich ganz gut in den Griff bekommen kann. Heute, drei Jahre später, bin ich bereits Abteilungsleiter in meinem Unternehmen, mache mich nebenbei selbstständig, um mein Hobby zum Nebenberuf zu machen, und fühle mich dank kleiner Umstellungen in meinem Lebensstil nach der Diagnose gerade so fit und gesund wie je zuvor. (Tom, 28 Jahre)