Eine Frau mit MS leidet unter Erschöpfung und hat ihren Kopf seitlich auf den Schreibtisch gelegt. Sie sitzt im Rollstuhl und arbeitet an ihrem Laptop. Neben dem Laptop stehen eine Kaffeetasse und liegt eine Brille. Eine grüne Zimmerpflanze ist im Hintergrund zu sehen.

Fatigue bei MS

Fatigue ist ein häufiges Symptom bei MS und betrifft etwa 60 Prozent der Betroffenen. Im Gegensatz zur normalen Müdigkeit geht es bei Fatigue um eine extreme Erschöpfung, die auch nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung auftritt. Laut www.msundich.de können die Symptome bei Fatigue bei MS vielfältig sein, wie beispielsweise eine Müdigkeit, die sich nicht durch Erholung und Schlaf bessert, ein allgemeines Gefühl der Schwäche, Konzentrationsstörungen, mangelnde Motivation für alltägliche Aktivitäten, Schlafstörungen, emotionale Reaktionen wie Frustration oder Reizbarkeit sowie sozialer Rückzug und Isolation.

MS-Themen aus dem Inhalt:

Frau mit Depressionen aufgrund der Multiplen Sklerose

Depressionen bei MS

Laut der Seite www.msundich.de leiden mehr als 30 Prozent aller Menschen mit MS an Depressionen. Dabei handelt es sich um ...
Eine rothaarige junge Frau sitzt erschöpft auf dem Küchenfußboden, nachdem sie gestürzt ist. Sie leidet an Gleichgewichtsproblemen aufgrund ihrer Multiplen Sklerose (MS). Im Hintergrund steht ein Rollstuhl, der ihr als Hilfsmittel dient, aber nicht alle Herausforderungen bewältigen kann.

Gleichgewichtsprobleme

Bei mir zählten Gleichgewichtsprobleme zu den ersten Symptomen der MS. Laut der Domain www.meinalltagmitms.de treten Gleichgewichtsstörungen übrigens häufig bei Multipler ...
Eine Frau mit Sehstörungen hat einen Augenarzt aufgesucht. Die Ursache für ihre Sehprobleme könnte auf Multiple Sklerose zurückzuführen sein.

Sehstörungen bei MS

Sehstörungen sind häufige Symptome von Multipler Sklerose (MS). Etwa die Hälfte aller Menschen mit MS haben Sehstörungen als ihr erstes ...

Eine Frau mit MS erklärt die Fatigue

Folgende Beschreibung der Fatigue habe ich von einer Betroffenen (Monika) erhalten: Fatigue kannst du dir so vorstellen, dass du selbst nach vielen Stunden Schlaf immer noch müde und erschöpft bist, wenn du aufstehst. Der Schlaf bringt in diesem Fall keine Besserung des Zustands. Selbst Duschen, Zähneputzen und ähnliche Tätigkeiten sind mit einem enormen Kraftaufwand und einem hohen Energiebedarf verbunden. Ich versuche jeden Tag, einen geregelten Tagesablauf zu haben. Das bedeutet, dass ich immer zur gleichen Zeit aufstehe und versuche, einen ähnlichen Ablauf zu haben.

Mein Tagesablauf mit Fatigue sieht wie folgt aus: Ich stehe auf und bereite mein Frühstück vor. Danach wasche ich mich und gehe mit meinen Hunden raus an die frische Luft. Nach dem Frühstück räume ich den Tisch ab und mache eine Pause, die für mich dringend notwendig ist (30 Minuten). Auch die Pausezeit ist zeitlich geregelt. Danach räume ich die Wohnung auf und mache erneut eine Pause (30 Minuten). Anschließend gehe ich für den Tag einkaufen und mache eine Brotzeit.

 
Je nachdem, was im Garten anfällt, erledige ich kleinere Gartenarbeiten. Danach nehme ich eine Mittagspause oder ruhe mich aus (1-2 Stunden, je nach Wetter). Anschließend putze ich das Treppenhaus, den Gehweg, die Garage oder das Bad, je nachdem, was dran ist. Danach mache ich erneut eine Pause.

Ich bereite das Abendbrot vor und mache eine weitere Pause. Dann essen wir Abendessen und danach sind meine Batterien meist leer. An Tagen, an denen ich Arzttermine oder ähnliches habe, läuft sowieso nicht viel, da mir das zu viel Energie kostet. Mein Mann übernimmt dann das Gassi gehen mit den Hunden. Abends lese ich oder schaue etwas TV und gehe schlafen. Da ich gemischte Fatigue habe, bedeutet das für mich, dass ich höchstens 3 Stunden schlafen kann, bevor ich wieder wach bin. Manchmal geht diese Schlaf-Wach-Phase auch im 30-Minuten-Takt. Ich habe auch Medikamente zum Schlafen, nehme sie aber nur im äußersten Notfall.

Schaue doch auch bei Instagram vorbei:Instagram Banner

Ist es bei mir auch die Fatigue oder nicht?

Bevor ich mich mit dem Thema Fatigue beschäftigt habe, war ich der Meinung, dass ich selbst nicht darunter leide. Ich habe einen vernünftigen Schlaf von durchschnittlich 6 bis 8 Stunden und fühle mich morgens immer „normal“ erholt. Auch tagsüber leide ich nicht an unerklärlicher Müdigkeit. Was ich allerdings seit einiger Zeit beobachte, ist die Tatsache, dass meine Konzentration recht schnell nachlässt.

Es ist mir beispielsweise kaum noch möglich, einen Film zu schauen, der länger als 60 Minuten dauert. Irgendwann verliere ich die Konzentration und beschäftige mich automatisch mit anderen Dingen, selbst wenn der Film eigentlich gut und spannend ist. Ob das jetzt auch schon ein Anzeichen für Fatigue ist, keine Ahnung. Ich hatte es bisher noch nie thematisiert. Es quält mich persönlich jetzt auch „noch“ nicht so sehr, dass ich es bei meinem Neurologen ansprechen müsste.

MS-Themen aus dem Inhalt:

Nahaufnahme eines Therapeuten und eines MS-Patienten, die in einem Beratungsgespräch für Schluckstörungen engagiert sind.

Schluckstörungen bei MS

Das Schlucken ist das Ergebnis einer komplexen Zusammenarbeit zwischen zahlreichen Muskeln, Nerven und verschiedenen Regionen im Gehirn. Bei Personen, die ...
Nahaufnahme einer Frau, die ihr Gesicht vor Schmerzen verzieht

Schmerzen bei MS

Es ist weit verbreitet, dass Menschen mit Multipler Sklerose (MS) regelmäßig unter Schmerzen leiden. Tatsächlich berichten bis zu 85% der ...
Schwarz-weißes Bild einer Person mit Schwindel, die eine unschöne Atmosphäre erlebt und möglicherweise an MS leidet.

Schwindel bei der MS

Im MS-Forum-Weihe werden fünf Arten von Schwindel beschrieben, die bei Menschen mit Multipler Sklerose (MS) unterschieden werden können:Der akute Schwindel ...

Deine Erfahrungen mit uns teilen

Du hast auch eine MS Diagnose erhalten und leidest unter Fatigue? Sehr gerne darfst Du Deine Erfahrungen an dieser Stelle teilen. Was bedeutet die Fatigue für Dich? Wie gehts Du damit um? Nimmst Du Medikamente? Hast Du Tipps auf Lager im Umgang mit der Fatigue?

Erfahrungsberichte von Betroffenen lesen

Hier findest Du Erfahrungsberichte von Betroffenen, die unter Fatigue leiden. Laut www.multiplesklerose.ch gibt es übrigens zwei Arten von Fatigue: Die motorische und kognitive Fatigue. Wie genau nehmen Betroffene Ihre Fatigue wahr und was hat es für Kosequenzen?

  • Fatigue bedeutet für mich: Als würde eine Wand in meinem Kopf herunterfahren. Als würde ich eine 50 kg schwere Decke an meinem Körper tragen. Als wäre ich schon 36 Stunden auf den Beinen und müsste einen Test schreiben. Als wäre ich unter Betäubungsmittel gesetzt. Als wäre ich urplötzlich 80 Jahre alt. Als wäre mein Körper nur noch auf Überlebensmodus gestellt … Mein Geschmackssinn verändert sich und meine Augen brennen. Gefangen im eigenen Körper. So fühlt es sich für mich an. (Ani)
  • Meine Fatigue begleitet mich schon seit über 20 Jahren. An manchen Tagen fühlt es sich an, als würde sie mich in den Schlaf ziehen wollen – ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Auch die Augenlider sind dann so schwer, dass ich nicht mehr weiß, wie ich sie offen halten soll. Über einen sehr langen Zeitraum habe ich es nicht geschafft, den ganzen Tag wach zu bleiben und musste am frühen Nachmittag eine Runde Power-Napping einlegen. Tatsächlich habe ich in den letzten anderthalb Jahren einen neuen Umgang damit gefunden. Seit ich regelmäßig Sport treibe, lässt sich die Fatigue im Zaum halten, meistens zumindest. An manchen Tagen überfällt sie mich noch, aber deutlich seltener. Dabei ist es fast egal, ob ich Cardio, Kraft oder Ausdauertraining mache – Hauptsache, ich powere mich einmal ordentlich aus. Danach muss ich dann natürlich schlafen, aber ich wache fit wieder auf. Früher bin ich morgens schon müde aufgewacht. Schlimm ist es, wenn ich zusätzlich zur MS noch einen akuten Infekt habe. Dann schlägt die Fatigue besonders gnadenlos zu, und mit Fieber funktioniert natürlich auch der Trick mit dem Sport nicht. Wenn mich also Viren oder Bakterien heimsuchen, brauche ich ewig, um wieder auf die Beine zu kommen, weil dann der Teufelskreis ‚Fatigue – Ausruhen – noch mehr Fatigue‘ mich gefangen hält. Ich glaube, das Schlimmste an der Fatigue ist, dass sie unsichtbar ist und man nicht ernst genommen wird. Immerhin ist das Krankheitsbild dank der Pandemie jetzt etwas präsenter in den Köpfen der Menschen. Die Long-Covid-Betroffenen werden zwar auch oft nicht ernst genommen, aber der Begriff „Fatigue“ ist jetzt bei mehr Menschen bekannt. (Anna)
  • Die Fatigue ist mein stetiger Begleiter. Ich stehe morgens auf und fühle mich trotz 7,8 Stunden Schlaf oft wieder gerädert. Es fühlt sich so an, als wäre Blei an meinen Fußgelenken. Mein ganzer Körper fühlt sich an, als wäre er nach einer sehr durchzechten Nacht. Ich benötige jeden Tag aufs Neue unsagbar viel Zeit, bis ich „so richtig“ wach bin. Meine Konzentrationspanne ist sehr niedrig. Langes Lesen oder Zuhören strengt mich sehr an, und ich habe nach kurzer Zeit wieder das Gefühl, schlafen zu müssen. Teilweise fallen mir sogar die Augen zu. Das ist natürlich manchmal ziemlich peinlich. Was mir tatsächlich hilft und das Ganze erträglicher macht, ist frische Luft in Kombination mit Bewegung. Spaziergänge mit dem Hund oder Yoga tun immer wieder gut. Ich habe auch Citalopram® verschrieben bekommen, aber bislang noch nicht mit der Einnahme begonnen. Ansonsten habe ich mich mehr oder weniger damit abgefunden – es hilft ja nichts. (Annika)
  • Bei mir tritt Fatigue auf, wenn ich unter starkem Stress stehe. Es haut mich dann um. Nachts schlafe ich nicht gut, da ich dauernd aufs Klo muss – sehr unerholsam. Tagsüber kann ich auch nicht so viel Kaffee trinken, da ich manchmal im Stehen einschlafen könnte. Und je wärmer es wird, desto stärker wird die Fatigue. Zudem habe ich keinerlei Konzentration und Merkfähigkeit. (Elke)
  • Fatigue ist anstrengende Müdigkeit und Erschöpfung, die dann mit viel Kaffee, manchmal eigentlich oft, von mir weggedrückt werden soll. Leider klappt das überhaupt nicht, denn viel Kaffee macht mich noch müder. Auch Hitze hat diesen Effekt. Früh morgens, später am Nachmittag und früher am Abend sind die Zeiten, in denen ich am besten zurechtkomme. Fatigue ist seit langem mein ständiger Begleiter, auch als die Diagnose noch nicht bekannt war. Damals hatte ich Dauerkopfschmerzen, Augenschmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit in hohem Maße und unzählige Infekte. Meine gesamte Freizeit bestand nur noch aus Ruhepausen, um irgendwie den immer kürzeren Arbeitstag zu bewältigen. Zuletzt konnte ich nur noch 3 x 4 Stunden pro Woche arbeiten, und ich habe gemerkt, dass eigentlich auch das nicht mehr geht. (Eva Maria)
  • Fatigue ist manchmal da, manchmal nicht. Es ist bei jedem unterschiedlich. Ich beschreibe es mal so: Stell dir vor, du gehst in die Disco, trinkst etwas mehr und musst dann um 3 Uhr betrunken 5 km nach Hause laufen. Du bist froh, wenn du schließlich angekommen bist. Jeder Schritt ist eine Qual, und du möchtest nur noch ins Bett. So fühlt sich Fatigue an, nur dass der Schwindel im Kopf, den der Alkohol verursacht, fehlt. (Frank)
  • Es gibt verschiedene Arten der Fatigue. Einmal durch die MS und einmal als Begleiterscheinung. Ich habe eine Fatigue durch die MS. Dabei tritt es nicht an manchen Tagen auf und an anderen Tagen nicht, sondern täglich zur gleichen Zeit. Von einer Sekunde auf die andere geht die Konzentration in den Keller, die Beine werden schwer und man fühlt sich erschöpft wie nach einem Marathon. Der ganze Körper kribbelt. Man möchte nur noch liegen und wenn man liegt, schläft man sofort ein. Nach einer Ruhezeit fällt es mir schwer, wieder in die Gänge zu kommen, und meistens ist der Tag dann gelaufen. Seit ich Fampyra® nehme, komme ich an vielen Tagen besser in Bewegung. Mir hilft nur, gegen diese Müdigkeit mit aller Kraft anzukämpfen. (Ilka)
  • Bei mir kommt sie entweder von jetzt auf gleich (je nach äußeren Umständen) oder direkt morgens beim Aufstehen, insbesondere nach einer unruhigen Nacht. Mir persönlich hilft nur, ein paar Gänge zurückzuschalten, viele Pausen einzulegen oder ein Nickerchen zu machen. In solchen Momenten sind meine Walking-Stöcke meine besten Freunde, da das Gleichgewicht oft ein Problem ist, und meine Konzentration schwindet. Ich habe dann so etwas wie einen Nebel im Kopf und bin froh, wenn ich mich hinlegen kann. (Julia)
  • Die Fatigue kommt bei mir von jetzt auf gleich, ohne Ankündigung. Ich kann mich dann auf nichts mehr konzentrieren, bin antriebs- und motivationslos. Ich muss mich hinlegen und zumindest ruhen. Meistens schlafe ich dennoch ein. Ich habe allerdings auch einen extremen Vitamin-D-Mangel, der wohl sehr in Verbindung mit Fatigue steht. (Nadin)
  • Ich muss mir im Urlaub nach einem Tag voller Action einen Tag mit viel Ruhe gönnen. Merke ich jetzt gerade wieder. Der Geist will mehr als der Körper kann. Inzwischen habe ich Erfahrung und bremse mich aus. Oder nehme mir einen Tag frei nach anstrengenden Dingen. (Raquel)
  • Fatigue fühlt sich an wie ein schwerer Umhang an, der sich über meine Schultern legt und mich zwingt, mich hinzulegen. (Saskia)